Verein Deutsch Stichelhaar e.V.
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Aktuelles

09
Jan.
Demonstration in Hannover am 30.01.2025 und Informationen zur Änderungen des NJagdG in Hannover

 

Aufruf zur Demonstration am 30. Januar 2025 in Hannover

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Jägerinnen und Jäger,

 

am 16. Dezember 2024 fand im Landtag eine öffentliche Diskussionsveranstaltung der grünen Landtagsfraktion zum geplanten neuen niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG) statt. Dabei wurde erneut deutlich, dass unsere in den drei vorangegangenen Dialoggesprächen vorgetragenen Argumente in den zentralen Punkten nicht aufgenommen und berücksichtigt wurden. Der wohl gravierendste Punkt: Die grüne Ministerin will pauschal die Ausbildung von Jagdhunden am lebenden Wild verbieten! Eine Übersicht aller in Rede stehenden Änderungen finden Sie natürlich auf unserer Internetseite. Dort können Sie die Details nachlesen.
Inzwischen kann man den Eindruck gewinnen, dass es um viel mehr als eine Änderung des Jagdgesetzes geht. Einige Vertreter von Tierrechtsorganisationen verfolgen kein geringeres Ziel als die langfristige Abschaffung der Jagd. Entweder teilt die Ministerin Miriam Staudte dieses Ziel oder sie lässt sich hier instrumentalisieren.

Unsere durch viele geführte Gespräche genährte Hoffnung, dass sich die SPD- Fraktion von diesen rein ideologisch begründeten Verboten klar und unmissverständlich distanziert, hat sich leider nicht erfüllt. An dieser Stelle müssen wir mit Bedauern feststellen, dass die SPD den grünen Koalitionspartner beim Thema Jagd das Feld unkommentiert überlässt. Wenn die rot-grüne Landesregierung den Gesetzentwurf so beschließt, dann ist das nicht nur ein Schritt zu weniger Natur- und Tierschutz und zum Schaden der Jagd. Das ist Politik gegen den ländlichen Raum – wieder einmal.
Dies können und wollen wir nicht hinnehmen. Deshalb rufen wir am

 

30. Januar 2025 ab 10.00 Uhr

zu einer Demonstration

unter dem Motto

Jetzt geht’s ums Ganze- Jagd sichern, Natur bewahren! auf.

Treffpunkt ist der Schützenplatz in Hannover.

 

Dort wird es eine Auftaktkundgebung geben, bevor wir uns mit Jagdhörnern und orange-farbiger Warnkleidung gemeinsam zum niedersächsischen Landtag begeben. Wir werden Sie zeitnah mit allen relevanten organisatorischen Informationen versorgen.

Unsere Geschäftsstelle ist ab dem 02. Januar 2025 in den Bürozeiten per Telefon unter 0511/530430 oder jederzeit per Email an info@ljn.de für Sie erreichbar.

Liebe Jägerinnen und Jäger, der Erfolg unseres Protestes hängt entscheidend davon ab, wie geschlossen wir am 30. Januar in Hannover auftreten. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem jede Jägerin und jeder Jäger etwas dazu beitragen kann und muss, damit die Jagd in Niedersachsen zukunftsfähig bleibt.

Wir setzen auf Ihre Unterstützung!
Wir sind überzeugt, dass wir die richtigen Argumente auf unserer Seite haben! Darum braucht es jetzt ein Zeichen der Stärke, damit die Politik in der Landeshauptstadt doch noch ein Einsehen hat und versteht.
Stets aktuelle Informationen erhalten Sie darüber hinaus auf unserer Homepage, unseren Social-Media Kanälen und Mitglieder der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. in einer Sonderausgabe der Mitgliederzeitung BLATTZEIT Mitte Januar.

Wir sehen uns am 30. Januar 2025 in Hannover!

Helmut Dammann- Tamke                               Christian Schaper                                  Josef Schröer
Präsident Schatzmeister stellv. Präsident
Ernst- Dieter Meinecke                                       Helmut Blauth                                        Ralf Eickhoff
Stellv. Präsident Stellv. Präsident Stellv. Präsident

 

 

Landesjägerschaft Niedersachsen e. V.

– Anerkannter Naturschutzverband

 

Geplante Änderung

Niedersächsisches Jagdgesetz (NJagdG)

durch das grüne Landwirtschaftsministerium

 

Im Jahr 2022 hat die damalige Landesregierung im Austausch mit allen betroffenen Verbänden und nach intensiver
politischer Diskussion das Niedersächsische Jagdgesetz (NJagdG) geändert und mit breiter parlamentarischer
Mehrheit im Niedersächsischen Landtag verabschiedet. Das Ergebnis: Wir haben aktuell ein modernes und an den
aktuellen tierschutzrechtlichen Vorgaben ausgerichtetes Jagdgesetz.
Vier Monate später wurde im Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung vereinbart, dass das bestehende
Jagdgesetz überprüft und ggf. überarbeitet werden soll. Dies soll gemeinsam im Dialog mit der Landesjägerschaft
Niedersachsen erfolgen.
Das Landwirtschaftsministerium hat kürzlich zu einem ersten Informationsaustausch eingeladen. Unser Präsidium
hat an diesem Gespräch vollzählig teilgenommen. Uns war wichtig, schon früh unsere Argumente vorzutragen und darauf
zu pochen, dass der zugesagte Dialog stattfindet und nicht zu einer Alibiveranstaltung wird.
Es besteht Grund zur Sorge: Die Pläne des Ministeriums gehen in die falsche Richtung! Der im Koalitionsvertrag
zugesagte Dialog wird jetzt umso wichtiger und von uns massiv eingefordert. Unsere Argumente müssen sich in einer
möglichen Novelle wiederfinden.
Wir mussten schon in diesem ersten Gespräch beharrlich das Einhalten der gemachten Zusagen einfordern und werden
mit beiden die Landesregierung tragenden Parteien diesen Dialog offensiv führen. Die vom Ministerium geplanten
Änderungen zeigen, wie notwendig ein ehrlicher Dialog ist.
Wir wollen Sie hiermit informieren, was das grüne Ministerium vorhat und welche Argumente aus unserer Sicht
gegen die geplanten Änderungen sprechen. Gleichzeitig weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass die Punkte unseres
Wissens nach noch nicht mit dem Koalitionspartner, der SPD, abgestimmt sind. Nutzen Sie gerne diese Information für
Diskussionen vor Ort und im Gespräch mit Politikern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, aber auch innerhalb
der Jägerschaft.
In einem ersten ministeriellen Referentenentwurf sind im Schwerpunkt folgende für die Jagd besonders bedeutsame
Änderungsvorschläge enthalten (Stand September 2024):

* §3 Wildmanagement, Duldungspflicht: Verpflichtung zur Duldung von Wildrettungsmaßnahmen, wenn die Jagdausübungsberechtigten
(JAB), trotz Information bis spätestens 24 Stunden vor der Maßnahme, keine Wildtierrettungsmaßnahmen durchgeführt haben
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… sich gem. §1 BJG die Jagdausübung auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild erstreckt. Aus diesem
Grund ist die Wildrettung ohne jeden Zweifel Jagdausübung und darf nicht ohne Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten
oder einer von diesem benannten Person durch Dritte erfolgen. Die Verpflichtung zur Vermeidung von
Leiden, Schmerzen oder Schäden (§1 Tierschutzgesetz) liegt dennoch in der Verantwortung der Flächenbewirtschafter.

*  §4 Jagdhunde:
Es ist grundsätzlich verboten, zur Ausbildung oder zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden lebende Tiere
zu halten oder einzusetzen (Arbeit auf der Schwimmspur der vorübergehend flugunfähig gemachten Ente, Schliefenanlagen,
Saugatter). Die oberste Jagdbehörde wird ermächtigt Ausnahmen durch Verordnung zu erlassen.
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… brauchbare geprüfte Jagdhunde für eine tierschutzgerechte Jagdausübung von besonderer Bedeutung sind. Der
brauchbare Jagdhund soll Wild in unzugänglichen Revierteilen aufsuchen, es anzeigen oder in Bewegung bringen, um
die Begegnung mit dem Jäger herbeizuführen. Das soll der Hund zu Lande, zu Wasser und unter der Erde tun.
Vom brauchbaren Jagdhund wird erwartet, dass er den Jäger in Besitz gestreckten Wildes bringt, um das Wildbret
als hochwertiges, biologisches und begehrtes Nahrungsmittel in den Verkehr zu bringen.
Landesjägerschaft Niedersachsen e. V. – Anerkannter Naturschutzverband
Fotos: Willi Rolfes(1), Julia Kauer(2)

Auch soll er krankes Wild finden und zur Beendigung von Schmerzen und Leiden beitragen. Solche Hunde fallen
nicht vom Himmel. Sie müssen gezüchtet, ausgebildet und geprüft werden. Kernstück der Ausbildung und der Beurteilung
der Brauchbarkeit dieser Hunde für die jagdliche Praxis ist das Herbeiführen der Begegnung von Hund und Wild.
Das Landwirtschaftsministerium sieht nach Aussage der Ministerin Miriam Staudte keine tierschutzrechtlichen Probleme
bei der Ausbildung im Schwarzwildgatter, hingegen schon bei der Ausbildung auf der Schwimmspur der vorübergehend
flugunfähig gemachten Ente und der Erdhunde in der Schliefenanlage. Aus Sicht der LJN ist die Vereinbarkeit
dieser Ausbildungsmethoden mit den derzeit geltenden tierschutzrechtlichen Vorgaben ohne Zweifel gegeben und diese
Differenzierung erschließt sich uns nicht. Aus Sicht des Tierschutzes im Rahmen der praktischen Jagdausübung ist diese
Änderung ein deutlicher Rückschritt!

* §5 Nach Landesrecht dem Jagdrecht unterliegende Tierarten:
Streichung der Nutria aus der Liste der jagdbaren Arten.
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… die Ausbreitung der Nutria als invasive und dem Jagdrecht unterliegende Art immer weiter voranschreitet. Aufgrund
der Verantwortung der niedersächsischen Jägerinnen und Jäger für die dem Jagdrecht unterliegenden Arten und der
Verpflichtung zur Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen
und gesunden Wildbestandes steigt die Jagdstrecke stetig an. Aus Sicht der LJN könnte die Herausnahme der Nutria aus
dem Jagdrecht einen deutlichen Streckenrückgang zur Folge haben. Darüber hinaus stellt sich die Frage des tierschutzgerechten
Tötens einer Tierart, die bis zu 10 kg schwer werden kann. Die Tötung mit einer Jagdwaffen durch eine Person
ohne Jagdausübungsrecht lehnen wir ab.

* §24 Erweiterung und Einschränkungen von Verboten: Über § 19 des Bundesjagdgesetzes hinaus ist verboten, die
Jagdausübung auf Raubwild im Naturerdbau;
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… die Prädation gemeinhin, und insbesondere auch naturschutzfachlich, als ein Faktor anerkannt ist, der sich negativ
auf bestimmte Arten auswirken kann. Das NLWKN als niedersächsische Fachbehörde für Naturschutz hat kürzlich den
Entwurf des Wiesenvogelschutzprogramms für Niedersachsen vorgelegt. Hier heißt es in Baustein V integriertes Prädationsmanagement:
„Die anhaltende Prädation von Wiesenvögeln, insbesondere von Eiern und Küken, ist seit Jahren
ein bedeutsames Problem im Wiesenvogelschutz und einer der Hauptgründe für die anhaltenden Bestandsrückgänge in
Niedersachsen.“
Und weiter: „Prädationsmanagement ist in den Herbst- und Wintermonaten mit maximaler Intensität unter Einsatz
verschiedener jagdlicher Methoden durchzuführen.
Während des Frühjahrs ist abhängig von geltenden
Jagdzeiten und ggf. Ausnahmegenehmigungen eine
großflächige und engmaschige Kontrolle aller potenziellen
Ansiedlungsmöglichkeiten (Grabenkanten,
Dämme, Kunst- und Naturbaue, Strohmieten etc.) auf
eine Ansiedlung von Prädatoren sowie ggf. deren vollständige
Entnahme durchzuführen.“
Das Verbot der Jagdausübung auf Raubwild im
Naturerdbau würde die Möglichkeiten eines effektiven
Prädationsmanagements ohne Grund deutlich einschränken.
Dies widerspricht naturschutzfachlichen
Einschätzungen.

* Über § 19 des Bundesjagdgesetzes hinaus ist das Töten von Hunden und Katzen verboten.
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… anhand zahlreicher Studien belegt ist, dass die wildernde Hauskatze einen negativen Einfluss auf die Fauna, in der
sie sich aufhält, ausübt. Sie ist direkt mitverantwortlich für das Aussterben von 73 Arten und beeinflusst weitere 433 als
‚gefährdet‘ eingestufte Arten nachweislich negativ. Damit steht sie an zweiter Stelle der IAS Einstufung (invasive alien
species) gleich nach der Ratte. Die niedersächsische Tierschutzbeauftragte geht von 200.000 verwilderten Katzen nur in
Niedersachsen aus. Katzen, die sich in der freien Natur bewegen, sollten als das betrachtet werden, was sie sind – als erfolgreiche
Beutegreifer. Die Kastration und Registrierung von Katzen ist ein Schritt in die richtige Richtung, aus unserer
Sicht für eine o.a. Größenordnung allerdings weder finanziell noch logistisch zeitnah umsetzbar. Darüber hinaus ist das
Fangen und die Unterbringung in Tierheimen insbesondere aufgrund der damit zusammenhängenden hohen finanziellen
Belastung und derzeitigen Auslastung dieser Einrichtungen nicht realistisch.
* Fanggeräte die unmittelbar töten dürfen nicht verwendet werden.
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… insbesondere im urbanen Bereich der Einsatz von Totschlagfallen (Ei-Abzugseisen) unter Beachtung der vorgeschriebenen
Sicherheitsvorgaben in einigen Bereichen nicht zu ersetzen ist. Darüber hinaus handelt es sich um eine
äußerst effektive Methode zur Reduktion von Prädatoren im Rahmen des Prädationsmanagements.
* Ermächtigungsgrundlage für die Oberste Jagdbehörde, die Meldung der Fallenstandorte (Koordinaten)
an die Jagdbehörde zu regeln.
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… durch unser flächendeckendes Reviersystem der zuständigen Behörde für jeden m² bejagdbare Fläche ohnehin ein
Ansprechpartner bekannt ist. Dieser ist somit auch verantwortlich für die rechtskonforme oder eben auch nicht rechtskonforme
Ausübung der Fangjagd. Die Forderung nach einer Meldung von Fallenstandorten an die Jagdbehörde zeigt
das tiefe Misstrauen des Ministeriums gegenüber den Jägerinnen und Jägern.

* §25 Abschussplan und Streckenliste: Abschaffung Rehwildabschussplan
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… sich die seit der letzten Novellierung im Jahr 2022 getroffene Regelung bewährt hat. Der Mindestabschussplan, der
maximal um 30 Prozent überschritten werden darf, wird allen Anforderungen des § 1 Bundesjagdgesetz mit dem Ziel
eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten Wildbestandes und der Vermeidung von
Beeinträchtigung einer ordnungsgemäßen land- und
forstwirtschaftlichen Nutzung (hier insbesondere
Wildschäden) gerecht. Aus Gründen der wildbiologischen
und jagdfachlichen Kontrolle halten wir es für
erforderlich, die Altersklassen auch beim Rehwild in
der Streckenliste zu erfassen. Nur so kann eine Kontrolle
der Bestandsentwicklung gewährleistet werden.
Dies wiederum ist unabdingbar, um den o.a. Zielen des
§ 1 des Bundesjagdgesetz entsprechen zu können.

* Abschaffung Hegeschau
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… wir Hegeschauen für alle Altersklassen der männlichen Schalenwildarten weiterhin für erforderlich halten. Als
Lehrveranstaltungen und für den Überblick über den Zustand der Populationen einzelner Wildarten auf Ebene der
Landkreise sind sie von großer Bedeutung. Auch die aktuelle gesetzliche Regelung eröffnet den Jagdbehörden bereits
den Spielraum selbst zu entscheiden, ob eine Hegeschau angeordnet wird oder nicht. Die Hegeschauen werden
von den Jägerschaften vor Ort organisiert. Ein Erfüllungsaufwand für die Behörde entsteht in der Regel nicht.
* §29 Jagdschutz: Befugnis wildernde Hunde und Katzen einzufangen
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
Siehe §19

* §42 Übergangsregelungen: Jagdgehege nach Auslaufen der Genehmigung oder Ablauf von 5 Jahren verboten.
Wir lehnen diese Änderung ab, weil:
… Jagdgehege auch wildbiologisch wichtige Funktionen erfüllen, so können Jagdgehege zur Sicherung des Genpools des
Muffelwildes beitragen. Das Vorkommen des Muffelwildes in Niedersachsen ist nur noch in kleinen, isolierten Vorkommen
dort existent, wo es noch nicht, wie z.b. in der Göhrde, durch die Anwesenheit des Wolfes ausgelöscht wurde.
Ein Verbot von Jagdgehegen würde bedeuten, dass durch solche u.a. diese wichtige wildbiologische und wildökologische
Funktion nicht mehr erfüllt werden kann.

Abschließend:
Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. sieht keine Notwendigkeit, das NJagdG nach so kurzer Zeit wieder zu
ändern. Deshalb lehnen wir diese Novelle und insbesondere die oben aufgelisteten Punkte ab.
Mit mehr als 60.000 Mitgliedern sind wir eine starke Stimme im Ehrenamt und der Zivilgesellschaft. Die große
Geschlossenheit innerhalb unseres Verbandes hat sich schon häufig als Pfund erwiesen, mit dem wir wuchern können.
Diese Geschlossenheit könnte im Verlaufe des weiteren Verfahrens von entscheidender Bedeutung sein. Darum brauchen
wir Ihre und Eure Unterstützung!
Wir versprechen: Die Landesjägerschaft Niedersachsen ist auf den nun folgenden Dialog mit der Politik sehr gut
vorbereitet. Und vor dieser Aufgabe stehen wir nicht alleine. Wir wissen, dass wir bei vielen Verbänden und in nahezu
allen Parteien Unterstützung und Zustimmung erfahren; das gilt auch für die Regierungsparteien.
Die Debatte bietet die große Chance, Türen aufzustoßen und die Akzeptanz und Zustimmung zur Jagd in Niedersachsen
zu stärken. Darum werden wir nicht nur hinter
verschlossenen Türen für unsere Überzeugungen
eintreten.
Wir werden die bereits begonnenen Gespräche mit der Politik wissensbasiert, wildbiologisch und tierschutzgeprägt
weiterführen und sind überzeugt, am Ende gemeinsam das bestmögliche Ergebnis für die
Jagd in Niedersachsen erzielen zu können!

Eddi von den Bastauwiesen

Eddi von den Bastauwiesen

Eigentümer: Bernd Knörschild->

 

Name des HundesVaterMutter
Eddi von den BastauwiesenIvan vom GreifenhagenBirka von den Bastauwiesen
ZBDSt996698319623
DGStB
Gewölft20.05.201911.04.201709.05.2011
GeschlechtRüdeRüdeHündin
Form/Haarwertsg/sgsg/sgsg/sg
FarbeBraunschimmel, mit PlattenBraunschimmel, mit PlattenBraunschimmel
Stockmaß65 cm68 cm62 cm
HDBBA
VJP66 Pkt.73 Pkt.
Corona-Notlösung3 Pkt. (gut)
HZP179 Pkt.181 Pkt.173 Pkt.
VGP
HNja
Laut???
LN
23
Dez.
Deica vom Thabrauck

Deica vom Thabrauck

Eigentümer: Dr. Lothar Franz Nossek ->

Zwinger: „vom Weidborn“

Name des HundesVaterMutter
Deica vom ThabrauckKumpel vom Nienburger BruchAyka vom Thabrauck
ZBDSt1006199109765
DGStB8064076363
Gewölft13.10.202129.07.201821.01.2015
GeschlechtHündinRüdeHündin
Form/Haarwertg/sgsg/sgsg/sg
FarbeBraunschimmel, mit PlattenBraunschimmel, mit PlattenBraunschimmel, mit Platten
Stockmaß64 cm64,5 cm59 cm
HDA, OC(D) u. ED freiBA
VJP66 Pkt.68 Pkt.66 Pkt.
Corona-Notlösung
HZP189 Pkt.173 Pkt.149 Pkt. (o.L. Ente)
VGP328 Pkt. I. Preis317 Pkt. II. Preis (?F-TV)
HNjaja
Lautsil.sil.?
LNSw III/, Vbr., Btr.
23
Dez.
Biene Lilly von den Styrumer Ruhrauen

Biene Lilly von den Styrumer Ruhrauen

 

Eigentümer: Markus Hegemann ->

 

Zwinger: “von der Raffenburg”

 

 

Name des HundesVaterMutter
Biene Lilly von den Styrumer RuhrauenAmadeus vom ThabrauckBiskuit von den Wörnitzwiesen
ZBDSt1009597569854
DGStB70588
Gewölft01.08.202221.01.201524.11.2017
GeschlechtHündinRüdeHündin
Form/Haarwertsg/gsg/sgsg/sg
FarbeBraunschimmel, mit PlattenBraunschimmel, mit PlattenBraunschimmel, mit Platten
Stockmaß59 cm69 cm60 cm
HDABA
VJP72 Pkt.48 Pkt.61 Pkt.
Corona-Notlösung
HZP175 Pkt.170 Pkt.
VPS
VGP282 Pkt. III. Preis
HNjaja
Lautsil.?sil.
LNSw III/
10021
20
Dez.
Dante vom Kanonenturm

Dante vom Kanonenturm

 

Eigentümerin: Miriam Loos

 

10021

Name des HundesVaterMutter
Dante vom Kanonenturm (FCI)Ivan vom GreifenhagenCilli von der Gundelrebe
ZBDSt1002198319753
DGStB72081
Gewölft14.04.202111.04.201712.01.2015
GeschlechtRüdeRüdeHündin
Form/Haarwertsg/sgsg/sgsg/sg
FarbeBraunschimmel, mit PlattenBraun, mit weißem BrustfleckBraunschimmel, mit Platten
Stockmaß65 cm63 cm66 cm
HDB (ED-frei)AA
VJP64 Pkt.66 Pkt.68 Pkt.
Corona-Notlösung
HZP176 Pkt.181 Pkt.133 Pkt.
VGP319 Pkt. I. Preis
HNjajaja
Lautsil.??
LN
23
Okt.
VGP und HZP 2024 beim Verein Deutsch Stichelhaar

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) in Ostfriesland!

Ein besonderes Lob geht an die ausgezeichneten Leistungen der Hündinnen:

 

– Deica vom Thabrauck (DSt), geführt von Dr. Lothar Nossek, die mit 328 Punkten im 1. Preis überzeugen konnte.

– Europa vom Forsthaus-Homrighausen (DD), geführt von Volker Schmelzer, die mit 322 Punkten ebenfalls im 1. Preis glänzte.

Der Deutsche Stichelhaar Verein gratuliert herzlich zur bestandenen Prüfung und würdigt das Engagement und die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Hunden und ihren Führern.

———————————————————————————————————————————————————————————–

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Herbstzuchtprüfung (HZP) in Ostfriesland und Cham/Bayern

 

– Bella vom Buschhorn (DSt), geführt von Jürgen Bauer

– Biene vom Buschhorn (DSt), geführt von Michael Hufnagel

– Europa vom Forsthaus-Homrighausen (DD), geführt von Carola Schmelzer

– Freddi vom Einetal (DSt), geführt von Otmar Büttner

– Frieso vom Einetal (DSt), geführt von Heinz Debelts

Die Gespanne meisterten erfolreich ihre HZP-Prüfung

Der Deutsche Stichelhaar Verein gratuliert herzlich zu den bestandenen Prüfungen und würdigt das Engagement der Hundeführern.

29
Sep.
Messetage Jagd und Angeln in Leipzig

Dieses Jahr hatte das Messeteam erschwerte Bedingungen auf der Messe Jagd und Angeln.

Der erste Herbststurm fegte am Freitag mit viel Wind und Regen über das Messegelände in Leipzig sowie über die Zelte der Outdoorveranstaltung hinweg,

dabei wurde das Zelt des Vereins stark in Mitleidenschaft gezogen.

Am Samstag und Sonntag war das Wetter durchwachsen, die Besucher schützten sich während der Schauer und Windböen in den Messehallen.

Trotz der widrigen Umstände ist das Messeteam um Henning Bertram standhaft geblieben.

Ein großer Dank geht an Henning, Margot, David, Herma, Heike, Matthias und Olaf, die unsere DSt-Rasse mit ihren Hunden gut vertreten haben.

 

 

Zum Schluss der einzelnen Rassepräsentationen gab es noch einmal eine Vorstellung aller Rassen in der Hundearena.

Wir bedanken uns auch bei dem Jagd und Angeln Team und Frau Constanze Kugeler für eine gute Organisation und Durchführung der Hundevorführungen.

 

16
Juli
30 Jahre anerkannter Naturschutzverband Mecklenburg-Vorpommern – Die Deutsch Stichelhaare waren mit dabei!

Am 29. Juni 2024 feierte in Malchow der Naturschutzverband Mecklenburg-Vorpommern sein 30-jähriges Jubiläum. Bei herrlichem Wetter gab es allerlei Infos und Zubehör rund um die Jagd, Forst- und Landwirtschaft und auch die Imkerei. Zudem gab es viele Köstlichkeiten aus Wildbret. Bei so einer Veranstaltung durften selbstverständlich die Jagdhunde und auch die Greifvögel nicht fehlen.

Auch wir vom Verein Deutsch Stichelhaar e.V.  waren vor Ort, mit einem Stand und präsentierten unsere Hunde. Mit Felix Uhlmann (von den Heiligen Kuhlen), Albrecht Trieloff (vom Rhinluch) und Niklas Schwab (von der Klosterhöhe) waren zugleich drei Züchter aus der Region vertreten und konnten den Besuchern unsere Rasse nicht nur am Stand, sondern auch bei der Pfostenschau näherbringen.

 

Wir bedanken uns recht herzlich beim Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern für die gelungene Veranstaltung und die unkomplizierte Organisation.

07
Juli
Der Deutsch Stichelhaar im Bremervörder Jagdmagazin

Mit der Reizangel wird das Vorstehen geübt. Foto· Sonja Lütjen

Der Deutsch Stichelhaar

Bericht und Fotos von Sonja Lütjen

 

Zu tief war die Wunde, die der Verlust gerissen hatte..

Doch „Mama, wir bekommen bald einen neuen Hund!”

als Aussage unserer damals knapp dreijährigen Tochter war dann der Türöffner für eine Jagdfreundschaft, die im April 2018 seinen Anfang nehmen sollte.

Zunächst noch etwas per­plex darüber, wer unserer Tochter diesen Floh ins Ohr gesetzt hatte, wurde schnell klar, dass ein Hund im Hause wirklich fehlte und wieder einziehen sollte. Nicht zuletzt wird ja auch schon jagdlich ein brauchbarer Hund im Revier benötigt.

Nachdem der Grundstein gelegt war, galt es nun zu überlegen, welche Rasse es werden sollte. Traditionell hatte der dt. Drahthaar seit jeher das jagdliche Ge­schehen im Hause Lütjen begleitet und auch mit seiner Arbeit überzeugt, jedoch waren wir ja nun von Grobi mit seinen 75 cm ein Stockmaß gewohnt, dass das eigentliche Zuchtmaß des Drahthaars weit überstieg und so wollten wir zumindest einmal schauen, ob nicht doch eine andere Rasse in Frage käme.

Da kam die Jagdmesse in Dortmund zeitlich genau richtig. Mein Mann fuhr damals alleine dorthin, da wir einen Messebesuch mit einem drei und einem einjäh­rigen Kind als nicht gut emp­fanden. Und so musste er alleine auf die Suche gehen und brachte einen Haufen Infomaterial mit nach Hause. Ganz angetan war er vom Messestand des dt. Stichel­haar-Verbandes und der dort präsenten Züchter. Zufällig war einer von ihnen zum damaligen Zeitpunkt gerade in freudiger Erwartung eines Wurfes. Also zu Hause noch einmal gemeinsam die Ras­se betrachtet – wozu gibt es schließlich das Internet – und dann Kontakt zu Hubertus Hohmann, dem Züchter aufgenommen. Glücklicherwei­se hatte er zwar Interessen­ten an Welpen , diese wollten jedoch fast alle eine Hündin haben. Und so kam es, dass wir aus dem am 27.02.2018 gewölften Wurf einen der drei Rüden aussuchen und Brax vom Thabrauck im April zu Hause begrüßen durften.

Brax vom Thabrauck. Foto: Sonja Lütjen

Gemeinsam mit den Kindern wurde das neue Familien­mitglied aus Fröndenberg in der Nähe von Dortmund abgeholt. Die Heimfahrt gestaltete sich friedlich, so­ wohl Kinder, als auch Hund verschliefen die meiste Zeit. Die Eingewöhnung ins neue Heim gelang problemlos, die Kinder wurden sofort als Spielkameraden angenom­men. Schon bald konnte mit der Ausbildung , erst in der Welpengruppe , dann in einer tollen Junghundegruppe um Johnny Willen , begonnen werden.

Brax zeigte sich als sehr wissbegieriger und geleh­riger Junghund, arbeitete super mit und konnte so den Suchensieg bei der Jugendsuche erlangen.

Kurz vor der HZP kam er dann jedoch in die Pubertät und zeigte, dass junge Hunde eben nicht nur funktionieren, sondern auch so manch eine Eigenart entwickeln können. Mit dem Schrecken einer Gehorsamsverweigerung im Apport im Gepäck trat ich die Fahrt zur HZP nach Ost­friesland an und hoffte, dass er sich wenigstens dort von seiner besten Seite zeigen würde. Entsprechend ange­pannt verlief das Prüfungs­geschehen bei mir, als es an die Schleppenarbeit ging.

Nachdem er die Federwild­schleppe perfekt arbeitete und die Ente brachte kamen doch schon Gedanken auf wie „Gott sei Dank macht er es heute wenigsten “, doch auf der Haarwildschleppe zeigte er sich dann ganz anders. Nach anfänglich gut gearbeiteter Schleppe nahm er die Nase in den Wind und fing eine Quersuche an. Diese war zwar optisch so, wie eine Quersuche sein sollte, jedoch verfehlte sie deutlich das Ziel der Prüfung zu diesem Zeitpunkt.

Die Arbeit hat sich gelohnt – der Hund steht fest vor. Foto: Sonja Lütjen

Ohne eine Ahnung zu ha­ben, was sich auf der Wiese vorab tatsächlich abgespielt hatte, hieß es für mich zu diesem Zeitpunkt „durchge­fallen” – vorherige Befürch­tungen waren eingetroffen. Doch nachdem auch der nachfolgende Hund eine ähnliche Arbeit zeigte, wur­den die Prüfer hellhörig und untersuchten das Gesche­hen eingehender und, siehe da, hatte sich nicht vorab eine Katze über die Wiese geschlichen und im nahe be­findlichen Graben gedrückt. Glück im Unglück, denn auf der HZP gilt dies noch als er­laubte Ablenkung und führte dazu, dass sowohl für Brax, als auch den nachfolgenden Rüden eine neue Schleppe gezogen wurde – beide Male mit Erfolg.

Die anschließende Arbeit am Wasser verlief problemlos und so hatten wir die HZP, mit Abzügen im Gehorsam, bestanden. Die am selben Tag noch geprüften Zu­satzfächer führten dazu, dass Brax ab diesem Tag ein brauchbarer und somit voll einsetzbarer Jagdhund war. Seit dem sind nun 4 ½ Jahre vergangen in denen wir zu einem super Gespann zusammen gewachsen sind. Brax ist ein gehorsamer und arbeitswilliger Jagdhund, der sein Rasseprofil vollumfäng­lich erfüllt – zum einen ein Workaholic und nicht müde zu bekommen, zum anderen aber auch absolut familientauglich, zufrieden, wenn er dabei sein kann, wo immer wir hingehen.

Wir freuen uns, dass  wir uns für einen Stichi, wie er in Verbandskreisen liebevoll genannt wird, entschieden haben und hoffen auf noch viele tolle, gemeinsame Jahre.

Deutsch Stichelhaar Foto: Verein Deutsch Stichelhaare.V

Rasseprofil: Deutsch Stichelhaar

Der Deutsch Stichelhaar ist die älteste deutsche rauhaarige Vorstehhunderasse. Auf den ersten Blick ist er schwer von einem Deutsch Drahthaar zu unterscheiden. Einst nahm man an, dass der Deutsch Stichel­haar eine Varietät des kurzhaa­rigen Hühnerhundes war. Doch es handelt sich beim Deutsch Stichelhaar um eine rauhaarige Form des Hühnerhundes, nicht nur um eine Varietät. Dies be­wies im Jahr 1888 der Kynolo­ge Hans von Kadisch. Es steht also fest, dass der Deutsch Sti­chelhaar nicht aus einer Zucht heraus neu erschaffen wurde. Der „Club Stichelhaar ” wurde im 1892 gegründet. Heute nennt er sich ,,Verein Deutsch Stichelhaar ” und setzt sich für die Reinzucht dieser Jagdhun­derasse ein. Einkreuzungen ausländischer Rassen werden strikt abgelehnt.

Ursprünglich fand man den Deutsch Stichelhaar haupt­sächlich in den Waldgebieten Süd- und Ostdeutschlands.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der Unterteilung von Deutschland wurde die Rasse hauptsächlich in Ostfriesland weiter gezüchtet. Noch heute ist der Deutsch Stichelhaar vor allem in Norddeutschland anzutreffen.

Körperbau

Gewünscht ist eine quad­ratische und kräftige Statur, ausnahmsweise kann die Rumpflänge die Schulterhöhe etwas überschreiten. Der Rü­cken ist gerade, fällt zur Kruppe leicht ab und geht in eine gerade, mittellang gewachse­ne Rute über, die bei jagdlich eingesetzten Hunden mäßig gekürzt werden darf.

Der Hals des Deutsch Stichel­haar ist kräftig mit leichtem Bo­gen im Nacken. Der Brustkorb ist tief mit gut ausgeprägtem Rippenbogen. Die geraden Beine sollen muskulös entwi­ckelt sein, die Pfoten sind vorne rund , hinten etwas oval geformt mit eng aneinander liegenden Zehen und groben, robusten Pfotenballen.

Der Deutsch Stichelhaar hat eine leicht gewölbte, breite Kopfform mit wenig aus­ geprägtem Stop, kräftigem Fang und breitem, nicht spitz zulaufendem Nasenrücken. Der Nasenschwamm ist hell- bis dunkelbraun. Im braunen Farb­ton sind auch die Augen dieses Jagdhundes gefärbt. Sie sind mittelgroß und von leicht ovaler Form. Ihr Ausdruck ist klar und aufmerksam. Die mittellangen Hängeohren sind hoch am Kopf angesetzt und hängen idealer­ weise glatt am Kopf herab.

Wesen

Der Deutsch Stichelhaar ist in­telligent, freundlich , wachsam, ausgeglichen und ruhig und seinen Menschen gegenüber treu ergeben. Trotzdem merkt man ihm seine Unabhängigkeit an.

Diese Charaktereigen­schaften machen den Deutsch Stichelhaar zu einem geschätz­ten Jagdhund. Hinzu kommt die große Ausdauer während der Jagd. Beharrlich und scheinbar unermüdlich, mutig und voller Elan geht der Hund dabei seiner Passion nach.

Beliebt ist der Deutsch Stichelhaar bei Jägern vor allem wegen der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und sei­ner Leichtführigkeit. Er eignet sich für den Einsatz in Feldern, Wasser und Wäldern. Er gilt als wahrer Vorsteh-Profi. Durch den ausgeprägten Geruchssinn wittert er das Wild und begibt sich mutig und ausdauernd auf die Suche. Er bleibt ruckartig stehen und deutet mit seinem Kopf in Richtung des Wildes.

Dabei hebt er ein Vorderbein an. Neben den jagdlichen Qualitäten spricht man dem Deutsch Stichelhaar eine gewisse Mannschärfe zu. In seinem Revier ist er deshalb sehr wachsam und aufmerk­ sam. Demnach fühlt sich der Hund auch als Wachhund für Haus und Hof wohl.

QUELLE: FCI-STANDARD NR. 232, VEREIN DEUTSCH STICHELHAAR e.V.

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Größe: Rüden 60-70 cm, Hündinnen 58-68 cm Stockmaß

Farbe: braun (mit oder ohne hellem Brustfleck), Braunschimmel, Hellschimmel

Fell: feste, harte Behaarung mit mäßigem Bart und ausgeprägten Augenbauen

Art: großer Vorstehhund

Einsatzgebiete: Vollgebrauchshund

Wesen: ausgeglichen, ruhig, robust, mutig, mit einer gewis­sen Raubwildschärfe

Lebenserwartung: 12-14 Jahre

Quelle: Bremervörder Jagdmagazien 2024

Protrait Sonja Lütjen:

Sonja Lütjen

Ich bin 41 Jahre, berufstätig und Mutter von zwei Kindern. Meinen Jagdschein habe ich 2006 erwor­ben, nachdem ich bereits vorab vier Jahre durch meinen Mann viel über die Jagd erfahren und lernen durfte. Ich selbst habe mich entschieden, den Jagdscheinkurs zu absolvie­ren, weil ich nicht länger nur passiv mitgehen und danebensitzen wollte. Die Natur hat mich, trotzdem ich in der Großstadt aufgewachsen bin, schon als Kind fasziniert, daher freut es mich umso mehr, diese als Jägerin zusammen und mit meinem Mann aktiv nutzen und gestalten zu können. Die aktive Arbeit mit meinem Dt. Stichelhaarrüden Brax im Revier rundet dies ab.

Quelle: Bremervörder Jagdmagazien 2024

06
Juli
Vom Jagdhund zum Artenspürhund

„Fredo vom Einetal“

Vom Jagdhund zum Artenspürhund

 

Eigentlich bin ich Schäferhund-Liebhaber. Allerdings: es muss eine alte Arbeitslinie sein. Möglichst eine DDR-Linie mit geradem Rücken. Davon gibt es aber nicht mehr viele, erst recht keine Welpen und ein Altdeutscher Schäferhund mit langem Haar kam für mein Projekt nicht in Frage. Was für ein Projekt werden Sie sich jetzt fragen. Dazu komme ich gleich. Ich war also auf der Suche nach einem jungen Hund, der folgende Eigenschaften mitbringen sollte: menschenbezogen, einen sehr guten Geruchssinn, gehorsam im alltäglichen Umgang, kompatibel mit anderen Tierarten, freundlich Menschen gegenüber, mitdenkend, nicht überdreht (kein Workaholic!), ausdauernd und lernfähig.

Nachdem ich die Eigenschaften immer und immer wieder durchgelesen habe, war mir klar, dass ich möglicherweise nach einem Vorstehhund suche. Also habe ich mir die verschiedenen Rassen angeschaut und bin rein zufällig auf den „Deutsch Stichelhaar“ gestoßen, der den Beschreibungen nach meinen Ansprüchen gerecht werden sollte. Also Züchter gesucht. Gibt es nicht viele. Aber offensichtlich sollte ich Glück haben: Es standen noch drei Welpen zur Abgabe bei Henning Bertram (06456 Arnstein) in Sachsen-Anhalt.

Ich habe Kontakt aufgenommen und Herrn Bertram mein Anliegen erklärt: Ich sei eigentlich nicht auf der Suche nach einem Jagdhund, da ich jagdlich nicht ambitioniert bin. Ich bräuchte einen Hund, den ich zu einem Artenspürhund ausbilden könne, und zwar ganz speziell auf das Auffinden von Losung, Pässen, Schlaf- oder Aufzuchtplätzen von Iltissen. Neben den oben aufgeführten Eigenschaften muss er ein abrufbarer Vorstehhund sein, denn ich wolle in keinem Fall einen Iltis gefährden, sollte der Hund bei der Arbeit zufällig auf ein lebendes Exemplar stoßen oder es sich mitten in der Arbeit anders überlegen und lieber einem Reh oder Feldhasen hinterherhetzen.

In Herrn Bertram fand ich nicht nur einen Züchter mit Herzblut, sondern auch einen erfahrenen Jagdhunde-Ausbilder, der mir ausführlich die Eigenschaften des Deutsch Stichelhaar beschrieb und mich einlud, mir die Welpen anzuschauen. Er sei überzeugt, dass seine Hunde für die von mir beschriebene Arbeit absolut geeignet seien. Drei Wochen später war ich zu Besuch in Sachsen-Anhalt. Im Laufe des Nachmittags lernte ich viel über die Rasse und auch die Hunde kenne. Was soll ich sagen: Das Wesen der Hündin „Doro von der Gundelrebe“ hat mich sofort überzeugt. Einer der Welpen nahm intensiven Kontakt zu mir auf. Nach einigen Stunden verließ ich Familie Bertram mit der Gewissheit, dass diese Rasse für mich und für meine Arbeit passt. Da ich am Rande des schönen Siebengebirges zwischen Köln/Bonn und Koblenz, also in NRW sesshaft bin, habe ich zwei Ortschaften weiter übernachtet. Kurz entschlossen bin ich am nächsten Morgen wieder bei Familie Henning eingekehrt und habe „mein“ fünf Monate altes Deutsch Stichelhaar abgeholt, nämlich eben diesen Welpen, der sich bereits für mich entschieden hatte und auch an diesem Morgen bei seiner Entscheidung blieb.

Die Rückfahrt von gut fünf Stunden war für uns beide sehr anstrengend und wir waren sehr froh, endlich zu Hause auf dem Hof anzukommen. Obwohl der junge Hund die Strapaze der Fahrt, die plötzliche Trennung von der Familie und den Verlust seines gewohnten Umfeldes an ein und demselben Tag erleben musste zeigte er sich überaus freundlich meinem Mann sowie allen tierischen Hofbewohnern gegenüber und wich mir nicht mehr von der Seite. Da war er nun: der neue Mitbewohner des Retscheider Hofes (www.retscheider-hof.de) und zukünftige Iltis-Artenspürhund „Fredo vom Einetal“.

Die ersten Tage hat Fredo ausschließlich damit verbracht, Haus, Hof, die dazugehörigen 6,5 Hektar Weide und Brachland sowie alle tierischen Bewohner ausgiebig kennenzulernen. Sicherheitshalber mit einem Tracker versehen, konnte sich Fredo bereits nach wenigen Tagen freilaufend auf dem gesamten Gelände bewegen, was er nicht tat. Er hielt sich strikt an die Grundstücksgrenzen und orientierte sich immer an meiner Person, suchte häufig Augenkontakt und versicherte sich, dass ich für ihn immer in Sichtweite blieb. Da ich nicht unter Zeitdruck stehe, konnte Fredo sich in den Folgemonaten sowohl körperlich als auch „geistig“ in aller Ruhe entwickeln. Während ich den für mich notwendigen Grundgehorsam wie Sitz, das Ablegen, Ablegen und Warten, auf seinen Platz gehen, Abruf sowohl auf Zuruf als auch auf Handzeichen mit ihm trainierte, konnte ich während der Spiel- und Freizeiteinlagen in aller Ruhe meinen Hund kennenlernen.

Fredo lernte so schnell, dass ich mich ein Stück weit zurücknehmen musste, um nicht Gefahr zu laufen, den jungen Hund zu überfordern. Immer wieder habe ich mir auch Videos aufgenommen, sein Suchverhalten oder sein natürliches Anzeigeverhalten studiert, um eine klare Vorstellung davon zu bekommen, was mir der Hund später wie anzeigen soll. Fredo lernte unglaublich schnell und hatte bereits nach kurzer Zeit den Grundgehorsam verinnerlicht. Auch an der Leinenführigkeit musste ich nicht viel Zeit verschwenden. Da ich kein Freund von den meistgebrauchten Kommandos wie „Hier“ oder „bei Fuß“ bin, habe ich auch hier auf das Mitdenken meines Hundes gesetzt. Muss der Hund in meiner unmittelbaren Nähe bleiben, nutze ich eine Umhängeleine. Befinden wir uns außerhalb der bebauten Region, auf Feld- oder Waldwegen nutze ich eine Feld- oder Schleppleine.

Das Umleinen erfolgt immer mit dem gleichen Ritual: Ich bleibe stehen, Fredo macht rechts von mir „Sitz“, ich leine in aller Ruhe um und gebe ihm dann ein Handzeichen zum Weitergehen.  Fredo hat auch dieses Procedere schnell begriffen und orientiert sich schlicht und ergreifend an der Länge der Leine, ohne dass ich dafür noch ein verbales Kommando nutzen muss. Wir verstehen uns einfach. Auch habe ich Fredos Vorliebe für das Herumtragen von Gegenständen genutzt, um ihn auf Wunsch etwas Apportieren zu lassen. Inzwischen kann er nach Aufforderung unterschiedliche Dinge holen oder auch z.B. einen Korb von einer bestimmten Position abholen und an einer bestimmten Position abstellen. Fredo hat an allem Spaß, möchte immer alles richtig machen und ist in der Regel hochmotiviert.

Fredo ist im Mai dieses Jahres ein Jahr alt geworden. Mit einem Stockmaß von 70 cm hat er seinen Vater „Amadeus vom Thabrauck“ bereits eingeholt und wird ihn an Größe mit Sicherheit übertreffen. Fredo zeichnet sich durch seine Lernfähigkeit, sein sanftmütiges und freundlichen Wesen sowie seine schnelle Auffassungsgabe aus. Als junger Hund kann er ausgesprochen gut abschalten und zur Ruhe kommen, was mir die Möglichkeit gibt, auch meinen anderen Tätigkeiten in vollem Umfang nachzukommen. Da wir jetzt den Grundgehorsam gefestigt haben und Fredo zwischen Spiel, Arbeit und reiner Freizeit sehr gut unterscheiden kann, können wir jetzt mit dem Projekt „Ausbildung eines Hundes als Artenspürhund zum Nachweis des Europäischen Iltis (Mustela putorius) anhand von Losung“ beginnen. Unterstützt wird das Projekt durch den WDD-Projektförderpreis des Vereins „Wildlife Detection Dogs e.V.“  (https://www.wildlifedetectiondogs.org/) und der „Stelberg Tier- und Naturschutzstiftung“.

 

Nicht, dass es jetzt falsch verstanden wird: Fredo ist nicht einfach nur ein „Projekt“. Fredo ist Familienmitglied, der Bewacher des Hofes, ein treuer Freund und einfach ein liebenswerter Hund. Er gefällt jedem, der uns besucht oder dem wir begegnen. Er ist Menschen gegenüber grundsätzlich freundlich und aufgeschlossen, obwohl er auch sehr gut auf mich aufpasst und das deutlich zeigt, wenn ihm die Situation angebracht erscheint. Auch zu Fredos Züchter, Henning Bertram, haben wir nach wie vor Kontakt, was uns sehr freut. Fredo hat sich spontan für mich entschieden und ich mich, Dank Herrn Bertram, spontan für die Rasse. Er ist ein toller Charakter und ich bin froh, ihn an meiner Seite zu haben. Ich hoffe, dass mir seine spezielle Ausbildung gelingt und wir über viele Jahre ein gutes Team werden und bleiben.

Stefanie Huck

(www.retscheider-hof.de)

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